Kanban auf der Kommandozeile mit kabmat

Fr, 9. Dezember 2022, Lioh Möller

Wer gerne beruflich oder privat zur Organisation von Aufgaben auf die bewährte Kanban Methode zurückgreift und eine Steuerung mittels vim Tastaturkürzel bevorzugt, sollte einen Blick auf kabmat werfen.

Installieren lässt sich die Anwendung aus den Quellen wie folgt, Voraussetzung ist allerdings die vorhergehende Installation des ncurses-dev Paketes.

git clone https://github.com/PlankCipher/kabmat
cd kabmat
make
sudo make install

Nach dem ersten Start fordert kabmat zur Erstellung eines neuen Boards auf. Dabei kommt das Tastaturkürzel c zum Einsatz. Zum Vergeben eines Namens für das Board muss zunächst wie auch bei vim üblich mittels i in den Eingabemodus gewechselt werden. Bestätigen lässt sich die Eingabe durch Enter oder bei mehrzeiligen Feldern durch Esc+Enter.

In der Übersichtsliste lässt sich das so erstellte Board dann ebenfalls durch eine Eingabe von Enter öffnen.

Zunächst findet man auf dem neuen Board noch keine Spalten, diese lassen sich durch die Eingabe von C anlegen. Für einen Einstieg eignet sich die Erstellung von Spalten für ToDo, In Progress und Done.

Auch hierbei ist zu beachten, dass eine Texteingabe in Feldern erst nach einem Wechsel in den Eingabemodus mittels i möglich ist.

Navigieren kann man zwischen den Spalten mithilfe von h für links und l für rechts.

Einzelne Karten können wiederum mit c angelegt werden. Dabei kann zunächst ein Titel (Content) vergeben werden. Mittels Tab wechselt man in das Feld Description und kann dort weiterführende Informationen eintragen. Da es sich dabei um ein mehrzeiliges Feld handelt, erfolgt das Speichern im Befehlsmodus, also mithilfe von Esc+Enter.

Verlassen oder zurückkehren kann man innerhalb der Anwendung mittels q. Das Programm vollständig schliessen ist durch eine Eingabe von qq möglich.

Innerhalb von Spalten kann man mit j und k navigieren, um einzelne Karten anzuwählen.

Verschieben lässt sich ein Eintrag in eine andere Spalte mittels L (nach rechts) oder H (nach links).

Eine Übersicht aller Tastenkürzen und wertvolle Hinweise, wie beispielsweise zum Erstellen und Bearbeiten von Checklisten finden sich auf dem Git-Repository des Projektes.

Quelle: https://github.com/PlankCipher/kabmat






Kumander Linux - Debian mit Xfce im Windows 7 Gewand

Fr, 9. Dezember 2022, Lioh Möller

Ob die Anpassung des Erscheinungsbildes eines Linux-Desktops an bekannte Betriebssysteme wie Windows oder macOS einen Umstieg erleichtern kann, ist umstritten. Ein prominentes Beispiel wäre Windowsfx, über das wir bereits berichtet haben. Auch für Q4OS mit dem Trinity Desktop gibt es entsprechende Erweiterungen oder einen Fork der Distribution im Windows XP Look. Und selbst der modernen Desktopumgebung KDE Plasma lässt sich mit etwas Aufwand ein Retrofeeling einhauchen.

Mit Kumander Linux steht nun eine weitere Distribution mit einem ähnlichen Ansatz zur Verfügung. Bereits der Name ist dabei von Retro-Computern inspiriert, so wie es der Autor auf der Homepage des Projektes verlauten lässt.

The name Kumander simply means Commander in English. It’s actually a homage to Commodore (my 1st computer – a VIC20 no less), but I didn’t think “Komodoro” sounded quite right. So Kumander it is.

Grundsätzlich handelt es sich um eine Debian GNU/Linux basierte Distribution mit Xfce als Desktopumgebung. Zur Installation kommt der Debian-Installer zum Einsatz. Die Installation kann aus dem Bootmenü heraus gestartet werden und das Installationsprogramm lässt sich nicht direkt im Live-Modus starten.

Das Design der Desktopumgebung orientiert sich stark an Windows 7, wobei beispielsweise für die Darstellung der Ordner im Dateimanager (Thunar) Symbole aus der Ubuntu Humanity Icon Theme verwendet werden.

Die Applikationsauswahl ist ausgewogen und so werden unter anderem folgende Anwendungen ausgeliefert:

Ein Videoplayer ist nicht enthalten, kann aber über die (GNOME) Softwareverwaltung nachinstalliert werden. Alternativ wird Synaptics zur grafischen Paketverwaltung angeboten.

Neben dem nostalgischen Erscheinungsbild fällt lediglich auf, dass einige Applikationen im Anwendungsmenü umbenannt wurden. So findet man den Xfce-Texteditor Mousepad unter dem Namen Notepad und der Taschenrechner Galculator wird ähnlich wie beim Vorbild aus Redmond einfach als Calculator bezeichnet.

Darüber hinaus ist eine Sammlung von Profil- und Hintergrundbilder enthalten.

Die aktuell vorliegende Version von Kumander Linux wird vom Entwickler Roy Hoejgaard aktuell noch als Release Candidate 1 bezeichnet.

Quelle: https://www.kumander.org/






E-Mail Verschlüsselung mit S/MIME

Fr, 9. Dezember 2022, Lioh Möller

Eine Verschlüsselung von E-Mails mit GPG ist vielen bekannt, wird jedoch oftmals als komplex angesehen und überfordert insbesondere Einsteiger trotz guter Einrichtungsassistenten.

Als Alternative kann S/MIME genutzt werden, ein Standard welcher der Verschlüsselten Kommunikation im Internet, beispielsweise beim Aufruf einer Webseite ähnelt. Dabei wird die Sicherheit durch eine zentrale Zertifizierungsstelle wie Let's Encrypt gewährleistet, indem diese den öffentlichen Schlüssel signiert und bei einer Abfrage einer Webseite die Signatur mit dem Browser bekannten Zertifizierungsstellen verglichen wird.

Leider bietet Let's Encrypt bisher keine S/MIME Zertifikate zur E-Mail Verschlüsselung an und die meisten kommerziellen Zertifizierungsstellen verlangen einen jährlichen Betrag für ein Zertifikat. Lediglich der italienische Anbieter Actalis offeriert aktuell kostenfrei ein für ein Jahr gültiges S/MIME Zertifikat.

Zur Beantragung öffnet man zunächst den Online Assistenten, und gibt die E-Mail Adresse an, für die ein Zertifikat ausgestellt werden soll.

Daraufhin wird an die angegebene Adresse eine E-Mail mit einem Bestätigungscode versendet der im 2. Schritt des Assistenten angegeben werden muss.

Abschliessend wird ein Passwort ausgegeben, welches zur weiteren Einrichtung benötigt wird. Es wird empfohlen dieses an einem sicheren Ort aufzubewahren.

Das eigentliche Zertifikat wird nach einiger Zeit im Zip-Archiv an die angegebene Adresse versendet. Auch dieses sollte langfristig an einem sicheren Ort gespeichert werden.

Nach dem Entpacken erhält man eine Datei im Typ PKCS#12, welche im E-Mail Client der Wahl importiert werden kann (sofern dieser S/MIME unterstützt). In Thunderbird öffnet man dazu zunächst die Einstellungen des entsprechenden Kontos durch einen Rechtsklick auf den Kontonamen in der Kontenübersicht über den Punkt Einstellungen.

Im Bereich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wählt man den Punkt S/MIME-Zertifikate verwalten. Dies öffnet die integrierte Zertifikatsverwaltung. Über den Reiter Ihre Zertifikate, lässt sich die PKCS#12 Datei importieren. Dabei wird das zuvor ausgegebene Passwort abgefragt.

Das Zertifikat kann nun für die digitale Unterschrift und zur Verschlüsselung ausgewählt werden.

Es empfiehlt sich ausserdem den Punkt Unverschlüsselte Nachrichten digital unterschreiben auszuwählen. Somit kann auch ohne Verschlüsselung beim Gegenüber die Eigentümerschaft des Zertifikates überprüft werden.

Die Einrichtung von S/MIME ist in wenigen Schritten erledigt. Für Android stehen Clients wie FairMail oder r2mail2 zur Verfügung, welche den Standard unterstützen.






Linux Mint 21.1 “Vera” Cinnamon BETA Release ausprobiert

Mi, 7. Dezember 2022, Ralf Hersel

Linux Mint - eine Ubuntu- und damit Debian-basierte Distribution - erfreut sich grosser Beliebtheit in der Community. Beim sich selbst verstärkenden Portal Distrowatch, rangiert es seit Jahren in den oberen Rängen. Nicht zu Unrecht, da die Distribution aus dem Team um Clement Lefebvre zwar auf den Schultern von Riesen steht (Debian, Ubuntu), es aber trotzdem geschafft hat, die Marotten von Mark Shuttleworth in ihrer Distribution und ihrer Desktopumgebung Cinnamon, auszubügeln und sich damit mehrere Alleinstellungsmerkmale gesetzt hat.

Die Beta-Version von Vera kann man hier herunterladen. Ich habe die anstehende Version in der VM GNOME-Boxes getestet. Der Installationsprozess verlief - nach Ubuntu-Art - völlig einfach und ohne Auffälligkeiten. Beim ersten Start werden die Anwender:innen von einem Willkommen begrüsst. Darin sieht man nach dem Gruss aus der Küche, Einstellmöglichkeiten als "Erste Schritte", sowie Informationen zur Dokumentation, Hilfe und den Möglichkeiten zum Mitwirken. Das ist sehr gefällig und holt Einsteiger:innen ab.

Insbesondere die "ersten Schritte" sind erwähnenswert. Dort kann zwischen vielen Akzentfarben und einem hellen/dunklem Thema gewählt werden. Die persönliche Auswahl wird direkt angezeigt, sodass man sofort weiss, wie es sich auswirkt. Im Screenshot seht ihr die grüne Akzentfarbe und das dunkle Thema:

Doch damit nicht genug. Weiter geht es mit der Panel-Auswahl, bei der man zwischen einem Dock (Modern) und einer klassischen, GNOME 2 ähnlichen Leiste, wählen kann. Auch bei dieser Auswahl kann man das Ergebnis direkt begutachten. Des Weiteren kann man auswählen, ob jeden Tag mindestens zwei Schnappschüsse automatisch erstellt werden sollen, was auf Btrfs als Dateisystem hinweist.

Weiter geht es mit Einstellungen zur Treiberverwaltung, der Systemaktualisierung, den Systemeinstellungen, der Anwendungsverwaltung und der Option einer Firewall. Ich finde es gut, wenn die Einführung nach dem ersten Start auf die Bedürfnisse der Anwender:in eingeht; eventuell hat Mint hier sogar ein wenig übertrieben. Apropos Systemaktualisierung; die Distribution starten beim Start selbige, um die Pakete auf den neusten Stand zu bringen.

Bisher gefällt mir die Vera sehr gut; alles ist vorbildlich.

Für die Schnappschüsse kommt Timeshift zum Einsatz, wobei entweder rsync oder die btrfs-Funktion ausgewählt werden kann. Bei meinem Test stand nur rsync zur Auswahl, vermutlich weil ich bei der Auswahl des Filesystems während der Installation gepennt habe. Meine Testinstallation läuft auf ext4. Da ich die Installation nicht wiederholen möchte, kann ich nicht abschliessend sagen, ob man btrfs auswählen kann; ich tippe auf: nein, kann man nicht.

Der Cinnamon-Desktop präsentiert sich aufgeräumt und in angenehmen Farben, wobei diese individuell eingestellt werden können. Hier seht ihr das dunkle Thema mit grüner Akzentfarbe:

Im Dock gibt es das Cinnamon-Menü, Dateien (Nemo), Firefox (107 in der Mint-Variante) und das GNOME-Terminal (Bash). Rechts sieht man Benachrichtigungen, Netzwerk, Audio-Einstellungen und Uhr/Kalender.

Bei den Systemeinstellungen hätte ich mehr erwartet. Das sieht aus wie bei GNOME 2, nämlich uralt:

Versteht mich nicht falsch; in den Systemeinstellungen gibt es alles, was man braucht. Die Darbietung sieht aber sehr altbacken aus, vergleicht man sie mit den Einstellungen in anderen modernen Arbeitsumgebungen (GNOME, KDE-Plasma). Hier steht Linux Mint 21.1 hinter dem Anspruch zurück, ein moderneres Benutzungserlebnis zu bieten.

Was sind die Neuerungen bei Vera?

Die Distribution sieht sauberer und moderner aus. Es ist ausserdem besser konfigurierbar und wird mit einer Vielzahl von Themen ausgeliefert. Der Desktop wurde aufgeräumt und zeigt jetzt nur noch die wichtigsten Elemente an: Das Installationssymbol, Objekte, die man auf dem Desktop ablegen, Dateien, die in ~/Desktop abgelegt sind, und verbundene Geräte.

Der Home-Ordner wurde vom Desktop entfernt. Er ist nun am Panel angeheftet und kann über das Hauptmenü oder durch Drücken von Super+E auf der Tastatur geöffnet werden. Computer-, Papierkorb- und Netzwerksymbole wurden ebenfalls entfernt. Sie werden nur gelegentlich verwendet und bleiben im Dateimanager verfügbar. Wem diese Standardeinstellungen nicht gefallen, kann sie in den Einstellungen ändern.

Die neuen Akzentfarben sind lebendiger als zuvor. Sie heben die Stimmung und machen Linux Mint trendiger und schöner. Dazu schreibt das Mint-Team:

Das ist etwas, was wir schon eine Weile machen wollten, aber es war schwierig zu erreichen. Kräftige Farben konkurrieren mit Informationen um Ihre Aufmerksamkeit und erzeugen hohe Kontraste, die zu einem unangenehmen Erlebnis führen können. Wir wollen, dass der Desktop gut aussieht, aber nicht auf Kosten des Komforts.

Um lebendige Akzentfarben zu verwenden, mussten wir weniger Akzente setzen. In der Vergangenheit haben unsere Themes sanfte Farben verwendet, aber diese Farben waren in vielen Widgets und Desktopelementen zu finden. Man sah zwar viel Grün, aber dieses Grün war gedämpft.


Linux Mint bleibt seinem alten Look nicht mehr treu. Die Verwendung von Akzentfarben auf dem Panel und in den Menüs wurden entfernt. Die Farbe für Ordner ist jetzt gelb. Man sieht generell weniger Grün in dieser Version; falls es erscheint, ist es auffälliger. Auch dazu äussert sich das Team:

Wir müssen nicht mehr grün aussehen, um Linux Mint zu sein. Wir sind Linux Mint, egal was es ist, und wir wollen die Farbe verwenden, die von Haus aus am attraktivsten aussieht. Das ist natürlich alles subjektiv. Eines der ersten Dinge, die wir Ihnen bei der Anpassung Ihres Desktops empfehlen, ist, Ihre Lieblingsfarbe zu wählen.

Was sofort auffällt, ist der neue Mauszeiger "Bibata":

Wer mit diesem modernen Zeiger nichts anfangen kann, hat die Möglichkeit zwischen 13 anderen Varianten auszuwählen. Die Systemklänge wurden ebenfalls geändert. Die neuen Sounds stammen aus dem Material Design V2. Sie wirken modern und beruhigend. Um den Benutzern mehr Auswahl zu bieten, verfügt Linux Mint 21.1 über alternative Icon-Themen. Zusätzlich zu den Themen Mint-X, Mint-Y und Mint Legacy sind die folgenden Themen standardmäßig installiert: Breeze, Papirus, Numix und Yaru (Standard-Icon-Theme bei Ubuntu).

Die Anwendungen

Vorinstallierte Anwendungen bei einer Distribution sind nur für Einsteiger:innen von Bedeutung. Schon nach kurzer Zeit mit GNU/Linux hat man Vorlieben für bestimmte Programme entdeckt und kann diese leicht aus den Repositories installieren. Daher haben die App-Vorgaben nur eine geringe Bedeutung, tragen jedoch zum ersten Eindruck bei.

Software-Verwaltung

MintInstall ist die eigene Software-Verwaltung von Linux Mint. Bei jedem Aufruf wird im oberen Teil immer eine andere Anwendung herausgestellt. Die Liste der Anwendungen ist in 12 Kategorien gegliedert. Im unteren Fensterbereich kann man durch das gesamte Angebot scrollen.

Bei der Suche nach Anwendungen, werden oft zwei Pakete angeboten, nämlich das native Format aus den Linux Mint Repositories und die Flatpak-Variante. Die Unterstützung für Flatpaks ist standardmässig vorhanden und kann bei den Anwendungspaketquellen weder ein- noch ausgeschaltet werden. Dafür können dort PPAs als weitere Quellen hinzugefügt werden. Das Snap-Format wird ohne weiteres Zutun nicht unterstützt.

Fazit

Die Beta-Version von Linux Mint 21.1 macht auf mich einen guten und stabilen Eindruck. Die Modernisierung des Cinnamon-Desktops ist gelungen; lediglich bei den Systemeinstellungen gibt es Verbesserungspotential. Im Gegensatz zu Ubuntu setzt Mint bei der Paketverwaltung auf Flatpak statt auf Snap, was innerhalb der Community positiv aufgenommen werden dürfte.

Linux Mint 21.1 ist ein Long Term Support Release welcher bis 2027 unterstützt wird und basiert auf Ubuntu 22.04. Das Erscheinungsdatum der finalen Version ist nicht exakt bekannt, es wird jedoch mit einem Termin um Weihnachten gerechnet.

Quelle: https://blog.linuxmint.com/?p=4442






Trinity Desktop Environment R14.0.13

Mi, 7. Dezember 2022, Lioh Möller

Bei der Trinity Desktopumgebung handelt es sich um einen Fork der KDE Version 3.5. Diese wird seither kontinuierlich weiterentwickelt und richtet sich an Anwender mit einer Vorliebe für klassische Benutzeroberflächen und Bedienkonzepte.

Die nun vorliegende Version R14.0.13 beinhaltet Verbesserungen und Fehlerkorrektoren. Es handelt sich um eine Wartungsveröffentlichung der R.14.0 Serie. Unter anderem lässt sich die Schriftgrösse in Kpart basierten Applikationen wie Konsole, Kate, KWrite, und TDevelop bei gedrückter Ctrl Taste und der Verwendung des Mausrades verändern. Kate bietet darüber hinaus Syntax Highlighting für Markdown Dokumente.

Das Desktop-Hintergrundbild lässt sich durch einen Rechtsklick auf eine Bilddatei im Dateimanager Konqueror direkt einstellen.

Die Applikation khotkeys Input Actions zur Steuerung von Tastaturbefehlen wurde deutlich erweitert und erlaubt die Einstellung von Pausen zwischen einzelnen Befehlen und die Sortierung eben dieser.

Eine vollständige Liste aller Verbesserungen ist in den Veröffentlichungshinweisen des Projektes zu finden.

Quelle: https://www.trinitydesktop.org/releases/R14.0.13/






Mastodon Konto verifizieren mit GPG

Di, 6. Dezember 2022, Lioh Möller

Das Verifizieren eines Mastodon-Kontos mittels Crosslinks ist relativ trivial und wurde von uns bereits im Detail beschrieben.

Einen etwas anderen und umfangreicheren Ansatz bietet das Projekt Keyoxide zur Etablierung einer dezentralen Online-Identität.

Voraussetzung ist ein entsprechend vorbereiteter GPG Key, dessen Erstellung beziehungsweise Anpassungen im Folgenden beschrieben wird.

Sollte bisher noch kein GPG zum Einsatz kommen, kann ein neues Schlüsselpaar auf der Kommandozeile wie folgt erstellt werden:

gpg2 --full-generate-key

Es öffnet sich ein textbasierter Assistent, der durch die notwendigen Schritte leitet. Empfohlen wird aktuell ein RSA-Schlüssel mit 4096 Bit Länge. Darüber hinaus kann bei Bedarf ein Ablaufdatum gesetzt werden. Der voreingestellte Wert 0 stellt sicher, dass der Schlüssel dauerhaft seine Gültigkeit behält.

Daraufhin muss eine sogenannte Notation zum erzeugten Schlüssel hinzugefügt werden. Dabei handelt es sich um Metadaten, welche von Keyoxide interpretiert werden können.

Mit dem Befehl gpg2 --list-secret-keys können alle vorhandenen Schlüssel aufgelistet werden:

gpg2 --list-secret-keys

/home/lmoeller/.gnupg/pubring.kbx
---------------------------------
sec   rsa4096 2022-12-06 [SC]
      52F74B3E4D89620EB13681BC2C46865632B5AF80
uid        [ ultimativ ] Lioh Möller <user@domain.tld>
ssb   rsa4096 2022-12-06 [E]

Für die weitere Verwendung sollte der sogenannte Fingerprint notiert werden. In obigen Beispiel wäre dies: 52F74B3E4D89620EB13681BC2C46865632B5AF80

Nach dem Ermitteln dieser Informationen kann der Schlüssel bearbeitet werden, wobei der Fingerprint durch den eigenen zuvor ermittelten Wert ersetzt werden muss:

gpg2 --edit-key 52F74B3E4D89620EB13681BC2C46865632B5AF80

Daraufhin können im interaktiven Modus unter Angabe von notation die Metadaten hinzugefügt werden.

gpg> notation
Enter the notation: proof@ariadne.id=https://social.anoxinon.de/@Lioh

Die Formatierung erfolgt anhand der Ariadne Spezifikation und beginnt mit proof@ariadne.id= gefolgt von der eigenen Mastodon-Profilurl. Diese muss zwingend mit führendem http beziehungsweise https angegeben werden. Weitere Informationen finden sich in der ActivityPub Serviceprovider Dokumentation von Keyoxide.

Mittels save können die Änderungen gespeichert werden:

gpg> save

Abschliessend kann der so modifizierte Publickey exportiert werden:

gpg2 --armor --export \
52F74B3E4D89620EB13681BC2C46865632B5AF80 > pubkey.asc

Die so erstellte Schlüsseldatei pubkey.asc lässt sich nun auf den Keyserver keys.openpgp.org hochladen, welcher bei Keyoxide für Abfragen zum Einsatz kommt.

Hinweis: Dabei ist es wichtig, dass die im Schlüssel angegebene E-Mail-Adresse verifiziert wird, da andernfalls Keyoxide die Schlüssel nicht einbindet.

Sobald dieser Vorgang erfolgreich abgeschlossen wurde, sollte der Key mittels hkp über Keyoxide aufgelistet werden: https://keyoxide.org/hkp/52F74B3E4D89620EB13681BC2C46865632B5AF80 - der letzte Teil der url entspricht dabei dem Fingerprint des Schlüssels und muss an die eigenen Gegebenheiten angepasst werden.

Die so generierte Keyoxide URL mit den korrekten ActivityPub Metadaten kann in den Mastodon Profileinstellungen angegeben werden. Als Bezeichnung kann beispielsweise GPG hinterlegt werden:

Wurden alle Schritte erfolgreich durchgeführt, wird die Keyoxide URL im Mastodon-Profil als verifiziert angezeigt.

Falls es bei der Einrichtung zu Fehlern kommen sollte, kann beispielsweise der Befehl gpg --list-packets unter Angabe der Schlüsseldatei (Beispiel: pubkey.asc) zur Analyse genutzt werden.






Fedora Mobility Phosh

Di, 5. Dezember 2022, Lioh Möller

Das Fedora Engineering and Steering Committee (FESCo) hat der Erstellung von Installationsmedien für Mobilgeräte zugestimmt. Geplant ist es für die kommende Version 38 entsprechende ISOs für die Architekturen x86_64 und AArch64 bereitzustellen.

Als grafische Benutzeroberfläche ist zunächst Phosh auf Basis von Wayland vorgesehen. Eine Variante mit Plasma Mobile ist allerdings ebenfalls angedacht.

Die Fedora Mobility SIG (Special Intrest Group) hat die benötigten Phosh Pakete bereits erstellen können und in eine Paketgruppe namens phosh-desktop zusammengefasst.

Zu beachten ist dabei, dass PinePhones zwar ein mögliches Ziel darstellen, aktuell allerdings noch nicht alle für eine Unterstützung benötigten Treiber im Upstream-Kernel vorhanden sind.

Weitere Informationen finden sich im Change Proposal.

Quelle: https://pagure.io/fesco/issue/2896
Bildquelle: https://puri.sm/posts/phosh-overview/






WSL mit systemd

Das Windows Subsystem for Linux ist erwachsen geworden. Es ist nur für Windows 10 und Windows 11 im Microsoft Store erhältlich und gilt nicht mehr als »experimentell«. Der größte Vorteil der neuen Bezugsquelle: WSL-Updates werden in Zukunft unabhängig von Windows-Updates viel einfacher und schneller erfolgen.

Die Umstellung auf die Microsoft-Store-Variante ist denkbar einfach: Entweder installieren Sie WSL einfach aus dem Microsoft Store neu (vorhandene WSL-Distributionen bleiben dabei erhalten), oder Sie führen wsl --update aus (das setzt aber voraus, dass Ihre Windows-Version über alle aktuellen Updates verfügt).

Endlich systemd!

Aus meiner persönlichen Perspektive viel interessanter ist der Umstand, dass WSL nun endlich systemd unterstützt. Die Aktivierung erfolgt ganz einfach, in dem Sie in der WSL-Distribution die Datei /etc/wsl.conf verändern und dort zwei Zeilen hinzufügen:

# in /etc/wsl.conf  (innerhalb der WSL-Distribution)
[boot]
systemd=true

Die Änderung wird erst aktiv, wenn Sie die Distribution beenden, WSL herunterfahren (wsl --shutdown) und die Distribution dann neuerlich starten. Bei meinen Tests hat die systemd-Aktivierung erstaunlicherweise auch bei WSL-Distributionen funktioniert, die schon recht alt waren (z.B. Ubuntu 21.04).

Ubuntu 22.04 unter WSL 2 mit systemd und cron

Der entscheidende Fortschritt im Vergleich zu älteren WSL-Versionen ohne systemd besteht darin, dass es nun endlich unkompliziert möglich ist, Server-Dienste (SSH, Apache, MySQL usw.) so einzurichten, dass Sie mit dem Start der WSL-Distribution automatisch mitaktiviert werden. Auch Cron-Jobs funktionieren jetzt ohne Verrenkungen.

Beachten Sie, dass Server-Dienste nur zur Verfügung stehen, solange die betreffende WSL-Distribution aktiv ist, also ein WSL-Fenster geöffnet ist.

SSH-Ärger

Noch zwei Tipps zum Betrieb eines SSH-Servers unter WSL mit Ubuntu 22.04. Der initiale Start scheitert, weil es keine SSH-Host-Keys gibt, und weil die sonst übliche automatischer Erzeugung beim ersten Start aus mir nicht nachvollziehbaren scheitert. Abhilfe schafft einmalig ssh-keygen -A. Danach führt systemctl enable --now ssh zum Erfolg. Der Versuch, sich von Windows aus mit ssh <name>@172.30.xxx.yyy anzumelden, führt zum Fehler permission denied: publickey. Schuld ist die Einstellung PasswordAuthentication no in /etc/ssh/sshd_config innerhalb von Ubuntu. Stellen Sie die Option auf yes und starten Sie den SSH-Server neu, dann klappt es.

Alles in allem ist die Verwendung von SSH im Zusammenspiel mit WSL + Ubuntu 22.04 weiterhin mühsam.

WSL 1 und WSL 2

WSL liegt in zwei grundlegenden Varianten/Architekturen vor, die (noch) beide gepflegt werden.

Standardmäßig wird bei einer WSL-Installation aus dem Microsoft Store nur WSL 2 aktiviert. Die für WSL 1 erforderlichen Features können aber problemlos mit wsl --install --enable-wsl1 nachinstalliert werden.

Losgelöst von der WLS-Architektur 1 und 2 gibt es auch eine WSL-Versionsnummer, die nichts mit der Architektur zu tun hat. wsl --version liefert aktuell 1.0.0.0 und zeigt, dass WSL dem Beta-Stadium entwachsen ist.

Nachwort

Aus meiner Linux-Perspektive ist es immer wieder erstaunlich, wie viele »offizielle« Wege es gibt, um Windows-Komponenten zu installieren:

Da soll noch einer sagen, Linux wäre schwer verständlich ;-)

Quellen/Links






Sicherheits-Update Thunderbird 102.5.1 veröffentlicht

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 102.5.1 ein Update außer der Reihe für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 102.5.1

Mit dem Update auf Thunderbird 102.5.1 hat die MZLA Technologies Corporation ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht und behebt damit eine Sicherheitslücke. Dazu kommen weitere Fehlerkorrekturen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen.

Der Beitrag Sicherheits-Update Thunderbird 102.5.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.






Ärger mit Arch und NVIDIA

Wie berichtet, habe ich mein Arbeits-Notebook im Frühjahr 2022 auf Arch Linux umgestellt. Bisher für mich eine Erfolgsgeschichte, alles läuft, wie es soll, und ich habe stets aktuelle Software. Mein Interesse an anderen Distributionen hat seither spürbar nachgelassen.

Mit dem letzten Update, das ich gestern durchgeführt habe, begann allerdings das Grafiksystem zu spinnen. Während sich der Maus-Cursor weiterhin flüssig bewegt, sinkt die Framerate beim Verschieben eines Fensters auf deutlich unter 1 fps (d.h. vernünftiges Arbeiten ist undenkbar).

Die Umstände des Fehlers sind merkwürdig: Der Totaleinbruch der Grafikgeschwindigkeit kommt nur zustande, wenn mein Notebook mit einem externen 4k-Monitor verbunden ist UND der Notebook-Deckel geschlossen ist.

Hardware: Lenovo P1 mit Hybrid-Grafik Intel/NVIDIA (i7-8750H + Quadro P1000 Mobile)
Software: aktueller Kernel (6.0), aktueller proprietärer NVIDIA-Treiber (525.60), Xorg, GDM, Gnome 43)

Interessanterweise wird die Grafikgeschwindigkeit wieder normal, sobald ich den Notebook-Deckel öffne und somit BEIDE Bildschirme aktiv sind. Und, wie gesagt: das Setup hat jetzt über sieben Monate wunderbar funktioniert, ich habe nichts geändert. Irgendein Update (ich kann nicht sagen, welcher Komponente: Kernel, NVIDIA-Treiber, Xorg?) hat das fragile Gleichgewicht gestört.

Die Lösung: optimus-manager

Kurzes googlen führt zu diesem Forumbeitrag von 2021, der exakt mein Problem beschreibt:

https://bbs.archlinux.org/viewtopic.php?id=270330

Die dort beschriebene Lösung: optimus-manager installieren.

Der optimus-manager ist ein kleines Script, um den Grafiktreiber explizit zwischen einer integrierter CPU-Grafik und der externer GPU umzuschalten. Unter Ubuntu hatte ich in der Vergangenheit schon Erfahrungen mit prime-select gemacht. optimus-manager greift offenbar die gleiche Idee und (zumindest was gdm betrifft) den gleichen Code auf.

Die Aktivierung des optimus-manager verlangt die Installation von zwei AUR-Paketen, eben optimus-manager sowie gdm-prime, eine minimal veränderte Variante von gdm. Ich verwende yay zur Installation:

yay -Sy optimus-manager gdm-prime

Optimus ist anscheinend nicht Wayland-kompatibel. Bei mir ist Wayland sowieso deaktiviert (sonst funktioniert der externe Monitor gar nicht), aber gegebenenfalls müssen Sie eine Zeile in /etc/gdb/custom.conf ändern:

# Datei /etc/gdm/custom.conf
[daemon]
# Uncomment the line below to force the login screen to use Xorg
WaylandEnable=false

Nach einem Rechner-Neustart wird nur die integrierte Intel-GPU verwendet. Abhilfe schafft:

optimus-manager --switch nvidia

Und danach funktioniert mein Rechner wieder wie in den letzten sieben Monate …

Zwei Stunden wertvolle Lebenszeit vergeudet :-(

Fazit

Nie wieder ein Notebook mit NVIDIA. (Ich wiederhole mich, ich weiß …)

Quellen/Links