ThinkPad und Linux - ein Traumpaar

Kaufberatungen im Linux-Bereich enden oft bei ThinkPads. Bisher habe ich mich dagegen immer gesträubt, da ich die klobigen Boliden von Lenovo optisch einfach nicht ansprechend fand. Nun habe ich aber doch im Refurbished-Bereich zugegriffen und muss gestehen: ThinkPad und Linux sind einfach eine gut harmonierende Kombination.

Die Anforderungen waren ziemlich schwierig. Es sollte ein möglich preiswertes Notebook bis maximal 400 € sein. In der Preisklasse gibt es im Consumer-Bereich nur richtig schlechte Hardware, die unter hübschen Marketingnamen verkauft wird. Interessant sind daher die gebrauchten Notebook-Angebote von Businessherstellern, die man bei einigen Anbietern erwerben kann. Die Geräte sind getestet, gesäubert und aufbereitet und kommen mit einer Gewährleistung von meist einem Jahr (Fachjargon "Refurbished"). Dafür bekommt man dann ein solides Businessmodell, das meist 1-2 Jahre irgendwo im Einsatz zwar. Der Neupreis für aktuelle Modelle der Serien liegt meist jenseits der tausend Euro. Angeboten werden in diesem Zusammenhang meist Lenovo, HP und Dell-Notebooks. Das Alter variiert und hängt vom angestrebten Preis ab.

Im konkreten Fall fiel die Wahl nun auf ein Lenovo Thinkpad T440. Die technischen Rahmendaten können sich für das Alter (Markteinführung der Serie 2014) noch sehen lassen:

Letzteres ist eine schöne Zwischengröße. Man hat relativ viel Platz, muss aber - normale Sehkraft vorausgesetzt - nicht skalieren und erspart sich daher die HiDPI-Verrenkungen. Letztere funktionieren bei Linux desktop- und programmübergreifend noch nicht perfekt.

Das Notebook selbst kam in einem optisch sehr guten Zustand. Lediglich am Touchpad sah man leichte Abriebspuren. Die Tastatur wurde im Vorfeld augenscheinlich neu lackiert oder ersetzt und sah optisch neuwertig aus. Die beiden Akkus haben jeweils noch mehr als 90% Kapazität.

Vorinstalliert war Windows 10 Pro, das auf Anforderung des Anwenders sofort durch Linux ersetzt wurde. Das vorinstallierte Windows war aber ganz praktisch, weil man mit den Lenovo Tools noch schnell die Firmware (BIOS/UEFI und SSD) auf den aktuellen Stand bringen konnte. Die Wahl der Distribution fiel anschließend auf Kubuntu 18.04 (siehe: Kubuntu 18.04 LTS - Ein Ausblick). Es sollte wieder eine LTS-Distribution mit KDE Plasma werden, das Datum der Neuanschaffung harmonierte überhaupt nicht mit der Roadmap von openSUSE (siehe: openSUSE Leap 15.1 - Ein Ausblick) und Debian ist ebenfalls noch im Freeze und auch nicht mein persönlicher Favorit (siehe: Debian - Eine Kritik).

Die Installation von Kubuntu verlief absolut reibungslos. Die neue minimale Installation ist dabei sehr hilfreich, weil man anschließend die benötigten Programme nachinstallieren kann. Gröbere Fehler und Unstimmigkeiten sind mir innerhalb der letzten Tage auch nicht aufgefallen, aber das System dient auch nur zum bewährten Office-Einsatz, plus ein bisschen Medienkonsum. Also nichts was Linux im Jahr 2019 noch vor Herausforderungen stellt.

Allerdings muss man konstatieren, dass ThinkPads hervorragend unterstützt werden. Akkulaufzeit, Tastaturbeleuchtung, gedimmter Bildschirm, Treiber für die Funkmodule - alles funktioniert direkt nach der Installation. Es waren überhaupt keine Nacharbeiten notwendig!

Da versteht man, weshalb so viele Linux-Fans auf ThinkPads schwören. Hübsch finde ich sie trotzdem nicht.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von 3844328 via pixabay

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Amazon Prime Filme mit Ubuntu

Eine interessante Frage zum Thema “Alltagstauglichkeit von Ubuntu” ist ob man mit Amazon Prime auch Filme gucken kann. Bei Ubuntu 16.04 hatte ich mit dem mitgelieferten Firefox da meine Probleme, aber der Chrome Browser den ich nachinstalliert habe konnte diese tadellos wiedergeben.

Nach dem Einstecken von HDMI konnte ich das Bild auf den Fernseher umleiten.
Anfänglich hatte ich noch Probleme mit der Ton-Ausgabe. Hier musste ich dann manuell
im Terminal einmal folgenden Befehl eingeben:

pulseaudio -k

Dazu waren keine root Rechte notwendig. Nun wurde auch der Ton mittels HDMI korrekt wiedergegeben.

Selbst ein einfaches, mehrere Jahre alte Notebook mit AMD E1 CPU ist in der Lage den Film problemlos anzuzeigen.






Ubuntu 19.04

Ubuntu 19.04 ist ein Release ohne dramatische Neuerungen. Optisch springen neue Icons in Auge, die dem Desktop mehr Frische geben. Gnome 3.32 unterstützt fractional scaling, was die Arbeit auf hochauflösenden Displays verbessern sollte. Das Feature gilt aber noch als experimentell und muss explizit aktiviert werden. Generell verspricht Gnome etwas mehr Performance. Die lässt sich in Benchmarktests messen, gefühlt hat sich aber nicht viel geändert.

Der Desktop wirkt mit neuen Icons und einem originellem Hintergrundbild gleich ein wenig frischer

Fractional Scaling

In der Vergangenheit mussten Sie sich in Gnome zwischen 100% oder 200% Skalierung entscheiden. Auf hochauflösenden Displays führt die erste Einstellung zu einer winzigen Textdarstellung, während die zweite meist schon zu viel des Guten ist und wertvollen Platz verschwendet. Gnome 3.32 unterstützt nun auch 125%, 150% und 175%. Allerdings stehen diese Einstellungen nur zur Verfügung, wenn Sie das experimentelle Feature vorher aktivieren.

Bei meinen Tests haben die neuen Skalierungsstufen gut funktioniert. Manche Programme werden anscheinend nicht komplett scharf dargestellt. Mir sind allerdings optisch keine Probleme aufgefallen. Wünschen würde ich mir allerdings eine vollkommen freie Einstellung der Skalierungsstufe.

Intern sind die Skalierungsstufen unter Wayland und X unterschiedlich implementiert. Wayland-Programme werden wirklich skaliert, während die Skalierung unter X mittels xrandr erfolgt. (Im Prinzip wird ein virtueller Bildschirm in höherer Auflösung für das Rendering verwendet. Danach wird die Ausgabe auf die tatsächliche Auflösung herunterskaliert. Das ist naturgemäß relativ aufwendig und optisch nicht perfekt.)

Gnome 3.32 bietet endlich mehr Skalierungsstufen

Icons auf dem Desktop

Im Unterschied zum originalen Gnome ist es unter Ubuntu möglich, Dateien auf dem Desktop abzulegen. Canonical hat dazu standardmäßig die Gnome Extension Desktop Icons aktiviert. Von dieser Extension profitieren auch alle, die nicht vor haben, den Desktop mit Icons zu übersäen: Dank dieser Extension enthält Ubuntu zur Abwechslung wieder einmal eine aktuelle Nautilus-Version.

Versionsnummern

Basis             Desktop             Programmierung   Server
---------------   ------------------  --------------   --------------
Kernel      5.0   Gnome        3.32   bash       5.0   Apache     2.4
glibc      2.29   Firefox        66   gcc        8.3   CUPS       2.2
X-Server   1.20   Gimp         2.10   Java        11   MySQL      5.7
Wayland    1.16   LibreOffice   6.2   PHP        7.2   OpenSSH    7.9
Mesa       19.0   Thunderbird    60   Python     3.7   qemu/KVM   3.1
Systemd     240                                        Postfix    3.3
NetworkMan 1.16                                        Samba     4.10
GRUB       2.02 

Quellen






MPRIS-Indicator-Button: Audioplayer im Gnome Panel integrieren

Einige Desktop-Umgebungen integrieren den Audioplayer ihrer Wahl in das Panel. Da ich vor kurzem zu Manjaro mit Gnome 3 gewechselt habe, fehlte mir bislang diese Funktion. Im Standard bietet mir der Audioplayer meiner Wahl, Clementine, diese Möglichkeit leider nicht. Doch dafür gibt es Abhilfe über die Gnome Shell Erweiterung mpris-indicator-button.

MPRIS Indicator Button

Diese Erweiterung sollte mit allen gängigen Audioplayern unter Linux die „MPRIS v2“ oder „D-Bus“ unterstützen funktionieren. Unter anderem Amarok, GMusicBrowser, GNOME Music, Guayadeque, Rhythmbox, Tomahawk, Lollypop, etc.

Installationsanleitung

Methode 1

Über die GNOME Extensions site

Methode 2

Für Ubuntu Systeme

  1. Git Klonen
  2. In das Verzeichnis wechseln
  3. Datei in das Verzeichnis für Gnome Erweiterungen kopieren
git clone https://github.com/JasonLG1979/gnome-shell-extension-mpris-indicator-button.git
cd gnome-shell-extension-mpris-indicator-button
cp -a mprisindicatorbutton@JasonLG1979.github.io ~/.local/share/gnome-shell/extension

Soll die Erweiterung allen Benutzer eures System zur Verfügung stehen, müsst Ihr diese mit Root Berechtigungen in das Verzeichnis „/usr/share/gnome-shell/extensions“ kopieren.

Finale Aktivierung

Zum Schluss müsst Ihr Gnome Neu starten und die Erweiterung aktivieren. Dies erledigt Ihr am schnellsten über die Tastenkombination „ALT+F2“, danach „r“ eintippen und mit Enter bestätigen. Alternativ meldet Ihr euch vom System ab und wieder an.

gnome-shell-extension-prefs_MPRIS-Indicator-Button

Über gnome-shell-extension-prefsbzw. über „Gnome Tweaks“ wird dann die Erweiterung aktiviert.

Danach verbindet sich die Erweiterung mit eurem Audioplayer. Dort wird euch dann angezeigt welcher Titel aktuell gespielten wird. Außerdem habt Ihr ein paar Optionen zur Steuerung.
Pro-Tipp: Mittels Rechtsklick auf das Icon, wird euch der Audioplayer geöffnet :)

Zum Schluss

Mir konnte die kleine Erweiterung mpris-indicator-button bereits weiterhelfen. Wer es ausführlicher und mit mehr Optionen mag, der sollte sich einmal vom gleichen Entwickler gnome-shell-extensions-mediaplayer anschauen. Dies bietet mehr Optionen und Bedienkomfort. Aktivieren könnt Ihr diese Erweiterung genauso wie oben beschrieben.

Weitere Interessante Artikel

MPRIS-Indicator-Button: Audioplayer im Gnome Panel integrieren ist zuerst erschienen auf André Hemkes.






LanguageTool-Server unter Ubuntu aufsetzen

Für die freie Grammatik- und Rechtschreibprüfung LanguageTool existieren eine Reihe von Add-ons, unter anderem für den Browser Firefox.

Grammatik- und Rechtschreibprüfung - LanguageTool (Kostenlos, Firefox Add-ons) →

Standardmäßig nutzen diese Add-ons den vom Projekt bereitgestellten Server unter languagetool.org. Nicht jeder möchte seine Daten zur Korrektur an Dritte schicken und so besteht die Möglichkeit einen eigenen Server aufzusetzen. Dieser kann lokal betrieben oder auf einem eigenen Server installiert werden. In diesem Artikel soll die Installation unter Ubuntu beschrieben werden. Im ersten Schritt muss sich auf dem Server eingeloggt und dort ein neuer Nutzer angelegt werden:

adduser languagetool
su languagetool
cd

Nachdem der Nutzer angelegt wurde und in das entsprechende Home-Verzeichnis des Nutzers gewechselt wurde, kann das LanguageTool heruntergeladen und entpackt werden:

wget https://languagetool.org/download/LanguageTool-4.5.zip
unzip LanguageTool-4.5.zip
mv LanguageTool-4.5 server
rm LanguageTool-4.5.zip

Neben dem LanguageTool, werden noch sogenannte N-Gramme heruntergeladen. Diese dienen der Verbesserung der Erkennungsleistung des LanguageTool. Sie belegen knapp 27 GiB auf der Festplatte, müssen aber nicht zwingend installiert werden:

mkdir ngrams

wget https://languagetool.org/download/ngram-data/ngrams-de-20150819.zip
wget https://languagetool.org/download/ngram-data/ngrams-en-20150817.zip
wget https://languagetool.org/download/ngram-data/ngrams-es-20150915.zip
wget https://languagetool.org/download/ngram-data/ngrams-fr-20150913.zip
wget https://languagetool.org/download/ngram-data/ngrams-nl-20181229.zip

unzip ngrams-de-20150819.zip
unzip ngrams-en-20150817.zip
unzip ngrams-es-20150915.zip
unzip ngrams-fr-20150913.zip
unzip ngrams-nl-20181229.zip

rm ngrams-de-20150819.zip
rm ngrams-en-20150817.zip
rm ngrams-es-20150915.zip
rm ngrams-fr-20150913.zip
rm ngrams-nl-20181229.zip

Damit ist das LanguageTool installiert. Ein erster Test kann erfolgen, indem der Server mittels:

java -cp languagetool-server.jar org.languagetool.server.HTTPServer --port 8081

gestartet wird. Über Curl können erste Testdaten an den Server gesendet werden:

curl --data "language=en-US&text=a first test" http://localhost:8081/v2/check

In meinem Setup wird der Server auf dem Port 8081 (oder einem beliebigen anderen Port betrieben) und ist über einen Reverse Proxy, in diesem Fall Nginx, erreichbar. Dazu muss die Konfiguration angepasst werden:

nano /etc/nginx/sites-available/example

In der Nginx-Konfigurationsdatei wird nun folgende Konfiguration hinterlegt:

server {
        listen   443 ssl;
        listen [::]:443 ssl;

        ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/api.example.org/fullchain.pem;
        ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/api.example.org/privkey.pem;

        root /var/www/example/api;
        index index.php index.html index.htm;

        server_name api.example.org;

        # proxy for languagetool
        location /languagetool/ {
                proxy_pass http://localhost:8081/v2/;
        }
}

Nachdem die Konfiguration für Nginx hinterlegt wurde, wird Nginx neugestartet:

nginx restart

Über den Browser kann die API nun getestet werden:

https://api.example.org/languagetool/check?language=en-US&text=Wong wong wong

Damit ist die Konfiguration des LanguageTool allerdings noch nicht abgeschlossen. Für den produktiven Betrieb wird eine Konfigurationsdatei unter /home/languagetool/server/ erstellt:

nano languagetool.cfg

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt befüllt:

languageModel=/home/languagetool/ngrams

Damit der Service automatisch startet, wird eine systemd-Unit angelegt:

nano /etc/systemd/system/languagetool.service

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt befüllt:

[Unit]
Description=LanguageTool
After=syslog.target
After=network.target

[Service]
Type=simple
User=languagetool
Group=languagetool
WorkingDirectory=/home/languagetool/server
ExecStart=/usr/bin/java -cp /home/languagetool/server/languagetool-server.jar org.languagetool.server.HTTPServer --config languagetool.cfg --port 3001 --allow-origin "*"
Restart=always
Environment=USER=git HOME=/home/languagetool

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Nachdem die Datei angelegt wurde, wird sie aktiviert und anschließend der Service gestartet:

systemctl enable languagetool
service start languagetool

Zum Test der N-Gramme kann folgende URL aufgerufen:

https://api.example.org/languagetool/check?language=en-US&text=I%20want%20to%20go%20their.

werden. Wenn keine N-Gramme installiert oder konfiguriert sind, kommt ein relativ kurzes JSON als Antwort zurück:

{“software”:{“name”:”LanguageTool”,”version”:”4.5″,”buildDate”:”2019-03-26 11:37″,”apiVersion”:1,”premium”:false,”premiumHint”:”You might be missing errors only the Premium version can find. Contact us at supportlanguagetoolplus.com.”,”status”:””},”warnings”:{“incompleteResults”:false},”language”:{“name”:”English (US)”,”code”:”en-US”,”detectedLanguage”:{“name”:”English (US)”,”code”:”en-US”,”confidence”:0.9999997}},”matches”:[]}

Sind die N-Gramme erfolgreich installiert und konfiguriert, wird das LanguageTool mit einem längeren Response antworten:

{“software”:{“name”:”LanguageTool”,”version”:”4.5″,”buildDate”:”2019-03-26 11:37″,”apiVersion”:1,”premium”:false,”premiumHint”:”You might be missing errors only the Premium version can find. Contact us at supportlanguagetoolplus.com.”,”status”:””},”warnings”:{“incompleteResults”:false},”language”:{“name”:”English (US)”,”code”:”en-US”,”detectedLanguage”:{“name”:”English (US)”,”code”:”en-US”,”confidence”:0.9999997}},”matches”:[{“message”:”Statistics suggests that ‘there’ (as in ‘Is there an answer?’) might be the correct word here, not ‘their’ (as in ‘It’s not their fault.’). Please check.”,”shortMessage”:””,”replacements”:[{“value”:”there”,”shortDescription”:”as in ‘Is there an answer?'”}],”offset”:13,”length”:5,”context”:{“text”:”I want to go their.”,”offset”:13,”length”:5},”sentence”:”I want to go their.”,”type”:{“typeName”:”Other”},”rule”:{“id”:”CONFUSION_RULE”,”description”:”Statistically detect wrong use of words that are easily confused”,”issueType”:”non-conformance”,”category”:{“id”:”TYPOS”,”name”:”Possible Typo”}},”ignoreForIncompleteSentence”:false,”contextForSureMatch”:3}]}

Damit ist der Server komplett eingerichtet. Nun kann der eigene Server bei entsprechenden Add-ons eingerichtet und genutzt werden.

Nachdem der Server aufgesetzt wurde, können entsprechende Add-ons umgestellt werden

Das gleiche Setup kann natürlich genutzt werden, einen solchen Server lokal auf dem eigenen Ubuntu-Rechner zu installieren.






Firefox Nightly: WebRender jetzt auch für erste Nutzer von Linux aktiviert

Der aus dem Servo-Projekt stammende WebRender soll die Grafikkarte stärker als bisher einbeziehen und so für eine deutlich verbesserte Firefox-Performance sorgen. Bisher war WebRender in Vorabversionen von Firefox lediglich für Nutzer von Windows 10 standardmäßig aktiviert. Jetzt sind die ersten Linux-Nutzer an der Reihe.

WebRender stammt wie die mit Firefox 57 eingeführte CSS-Engine Stylo ebenfalls aus Mozillas Next-Generation-Engine Servo und ist in der Programmiersprache Rust geschrieben. Es handelt sich bei WebRender um einen Renderer für Webseiten-Inhalte, welcher unter stärkerer Einbeziehung der Grafikkarte als bisher im Grunde wie eine Spiele-Engine arbeitet, aber für das Rendering von Web-Content optimiert ist und dadurch große Performance-Vorteile liefern soll.

In der Nightly-Version von Firefox ist WebRender bereits für einen Teil der Nutzer aktiviert. Die anfängliche Zielgruppe setzt sich aus Nutzern zusammen, welche Windows 10 als Betriebssystem sowie eine halbwegs moderne Grafikkarte von Nvidia einsetzen. Für eben jene Zielgruppe wird WebRender erstmals mit Firefox 67 offiziell in einer finalen Version von Firefox ausgeliefert werden.

Für Nutzer einer Nightly-Version von Firefox wurde die WebRender-Unterstützung bereits auf erste Grafikchips von AMD und Intel ausgeweitet. Nun kommen erstmals auch Nutzer des Betriebssystems Linux in den Genuss, allerdings noch mit Einschränkungen. Voraussetzung hierfür ist zunächst ein Grafikchip von Intel mit Mesa-Treiber Version 18.2.8.0 oder höher, außerdem darf kein 4K-Bildschirm verwendet werden. Mozilla hat sich für diese Konfiguration als Start für Linux entschieden, da dies eine gängige Konfiguration unter Mozilla-Entwicklern ist, welche dementsprechend schon gut getestet ist.

Der Beitrag Firefox Nightly: WebRender jetzt auch für erste Nutzer von Linux aktiviert erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.






Exkurs: Nextcloud als Snap installieren

Die Einrichtung und Pflege einer Nextcloud und eines gesamten LAMP-Stacks ist für viele Anwender eine abschreckende Herausforderung. Leichter ist dies mit einem fertigen Snap Paket, das direkt von der Nextcloud-Community bereit gestellt wird und eine komplette Nextcloud-Umgebung mitbringt.

Dieser Beitrag ist ein Exkurs der Serie Cloud in Eigenregie (siehe: Cloud in Eigenregie I: Vorbemerkungen). Dort wurde lediglich abstrakt auf die Installationsmöglichkeiten einer Cloud Bezug genommen. 

Die Snap-Variante von Nextcloud läuft auf jeder Distribution, die Snap-Pakete unterstützt. Als Zusatzmodule steht dies bereits für die meisten Distributionen bereit. Direkt in den Paketquellen hat dies neben Ubuntu auch Debian 10 "Buster". Die anderen unterstützten Distributionen dürften kaum Relevanz für Server besitzen.

Nextcloud installieren

Zuerst muss Snap für Debian erst einmal installiert werden.

# apt-get install snapd

Anschließend installiert man das Snap-Paket. Zuerst lädt die Routine dann noch die fehlende Core-Umgebung für Snap-Pakete um anschließend das Nextcloud Paket einzurichten.

# snap install nextcloud

Das Snap-Paket bringt neben der Nextcloud auch noch einen kompletten LAMP-Stack mit: Apache, MySQL PHP und Redis. Dies benötigt natürlich ein wenig Speicherplatz.


Exkurs: Ports

Wichtig ist, dass kein anderer Apache-Server auf die Standardports lauscht, da diese sich ansonsten in die Quere kommen. Das dürfte aber kaum ein Problem sein, denn wer bereits einen kompletten LAMP-Stack pflegt wird sich nicht zusätzlich noch das Snap-Paket einrichten und dadurch doppelten Ressourcenverbrauch riskieren. Wer dennoch bereits einen LAMP-Stack nutzt muss die Ports des Snap-Pakets ändern. Beispielsweise auf folgende Konfiguration:

# snap set nextcloud ports.http=81

# snap set nextcloud ports.https=444


Snap-Pakete haben nur limitierte Zugriffsrechte auf das System. Nextcloud bietet bei der Einrichtung die Möglichkeit einen spezifischen Speicherort für die Daten außerhalb der Nextcloud-Umgebung festzulegen. Das sollte man auch unbedingt machen (unabhängig ob Snap-Variante oder nicht!). Damit das Nextcloud-Snap dies allerdings darf muss noch folgender Befehl eingegeben werden:

# snap connect nextcloud:removable-media

Bevor man die Initialisierung startet legt man nun noch den Speicherpfad für die Daten fest. Dazu bearbeitet man die folgende Datei:

# nano /var/snap/nextcloud/current/nextcloud/config/autoconfig.php

In folgender zeile sollte der anvisierte Speicherpfad stehen:

'directory' => '/media/Daten/nextcloud',

Dieser muss natürlich dem Apache-Nutzer gehören:

# chown www-data:www-data /media/Daten/nextcloud

Anschließend muss man noch den PHP Service neustarten:

# snap restart nextcloud.php-fpm

Abschließend ruft man die Instanz im internen Netz über die interne IP-Adresse oder den Hostname des Servers auf. Wenn alles funktioniert erscheint die übliche Initialisierungsroutine von Nextcloud. Hier legt man dann noch die Zugangsdaten für das Konto fest.

Sofern man die Nextcloud lediglich im internen Heimnetz nutzen möchte war es das bereits. Das Snap-Variante reagiert nicht so performant wie eine normale Installation, bedeutet aber deutlich weniger Wartungsaufwand und erfordert viel werniger Kenntnisse in der Server-Administration. Insbesondere was die Einrichtung eines Redis-Cache und ähnliches betrifft.

Let's Encrypt Zertifikat einrichten

Sollte eine Erreichbarkeit außerhalb des Heimnetzes erforderlich sein, muss man für eine verschlüsselte Verbindung zusätzlich ein Zertifikat anfordern und einbinden. Seit einigen Jahren nutzt man dafür eigentlich ausschließlich Let's Encrypt. Eine Erreichbarkeit via DynDNS und Port-Freigabe ist hierfür erforderlich, siehe: Externer Zugriff auf den Server).

Die Einrichtung ist dann bei der Snap-Variante sehr einfach. Folgender Befehl startet die Routine:

# nextcloud.enable-https lets-encrypt

Hier bestätigt man die Anforderungen und trägt eine Mail-Adresse und die Domain, unter der die Nextcloud-Instanz zu erreichen ist, ein. Anschließend kann man die Nextcloud-Instanz via HTTPS Verbindung aufrufen. 


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von harshahars via pixabay






Ubuntu im Einsatz

Heute möchte ich mal darüber schreiben wie sich Ubuntu so im Einsatz anfühlt… passend zum Blogtitel “Erfahrungen mit Ubuntu” und auch der erste Artikel im neuen Blogdesign. Ich hoffe es gefällt euch.

Komplett umgestiegen bin ich 2014 auf Ubuntu, damals weg von Debian weil dieses mein Notebook nicht korrekt unterstützt hat. Und da der Sprung nach Unity ein bisschen wie ins kalte Wasser war, habe ich mir gesagt…. ganz oder gar nicht. Also direkt alle Rechner im Haushalt auf Ubuntu umgestellt. Die Version 14.04 war die erste die ich eingesetzt habe. (Abgesehen von ein paar Experimenten mit 8.04 und 10.04)

Es hat etwas gedauert bis ich mich an Unity gewohnt habe, aber jetzt nach einigen Jahren ist die Akzeptanz bei mir und auch dem Rest der Familie durchweg hoch und jeder kommt intuitiv sofort damit klar. Obwohl ich zunächst sehr skeptisch war muss ich sagen das ich der Oberfläche Unity jetzt sogar etwas hinterher trauer. Aber noch ist sie in 16.04 enthalten.

Ubuntu 16.04 ist auch die Version die ich im Moment auf jedem Rechner in privaten wie auch beruflichen Umfeld einsetzte. Mit gefällt diese sehr homogene Umgebung und ich habe mich sehr daran gewöhnt. Es gibt keine Aufgabe die ich damit nicht lösen könnte. Egal ob der eigene Mail und Webserver, ein Streamingserver auf DLNA oder nur die Arbeit im Internet. Selbst das mitgelieferte Office Paket ist allen Anforderungen gewachsen.

Den Schritt zu Linux im allgemeinen und zu Ubuntu im besonderen habe ich nie bereut.
Ich könnte mir die Arbeit mit den ganzen Gängelungen der anderen Systeme gar nicht mehr vorstellen.






Kommentar: Matrix.org gehackt - Nicht jedem Hype folgen

In der Open Source Szene kann man sich seit einigen Monaten vor Matrix gar nicht mehr retten. Der Dienst sollte alles besser machen und die Messenger-Misere überwinden. Nun wurden die Matrix.org-Server gehackt und damit alle Nutzer des meist genutzten Servers kompromittiert.

Matrix und Riot sind momentan die am meisten gehypte Kommunikationslösung in der Open Source Szene. Die Neuentwicklung soll die Fehler von XMPP vermeiden und endlich eine leistungsstarke freie Alternative zu den verbreiteten proprietären Messengers bieten (siehe auch: Freie Messenger - viele Lösungen, keine Zusammenarbeit). Erst im Februar gab KDE bekannt auf Matrix zu wechseln.

Der Angriff erfolgte nicht über die Matrix-Software selbst - diese gilt vorerst als sicher - sondern über eine Sicherheitslücke in Jenkins. Der Angreifer weist aber auf zahlreiche Sicherheitsmängel hin und scheinbar haben die Betreiber hinter Matrix.org einige grundlegende Sicherheitsstandards missachtet.

Alle Nutzer werden aufgefordert ihre Passwörter zu ändern, da vor allem bei leichten Passwörter die Hashes geknacht werden könnten. Die Betreiber von Matrix.org haben zudem aus Sicherheitsgründen alle Nutzer ausgeloggt. Wer kein Backup hat, verliert dadurch laut Golem den Zugriff auf seinen kompletten Nachrichtenverlauf. Insbesondere letzteres ist eigentlich eine ziemliche Katastrophe.

Das Problem bei dezentralen Lösungen ist halt leider auch, dass man - sofern man nicht imstande oder willens ist einen eigenen Server zu betreiben - trotzdem wieder auf Dienste Dritter angewiesen ist. Diese agieren teilweise halt nicht professionell, auch weil sie die Dienste oft nur nebenbei betreiben.

Die Episode zeigt man wieder, dass man nicht auf jeden Hype aufspringen sollte und etablierte Messenger wie Signal für sichere Kommunikation, sowie XMPP und IRC für die Community nicht so schnell beerdigt werden sollten. 

Das ist ein ziemliches Debakel. Natürlich kann so etwas passieren, Opfer von Hacker-Angriffen wurden schon deutlich größere und professionellere Anbieter. Aber wäre dies WhatsApp oder einem vergleichbaren Dienst passiert, hätte sich das Unternehmen vor einem Shitstorm kaum retten können. Nach dem Golem-Artikel hatte ich die vergangenen Tage gespannt auf Reaktionen in der Open Source Szene gewartet. Insbesondere von jenen, die seit einiger Zeit die Werbetrommel für Matrix gerührt haben. Aber da kam gar nichts! Das Thema wird geradezu tot geschwiegen.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von Tumisu via pixaybay

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GCC: Zwischenschritte speichern

Um während der Kompilierung in GCC die Zwischenschritte, d.h. die Ausgabe des Präprozessors, den Assembler-Code sowie die Object-Files, permanent (statt lediglich temporär) zu speichern, kann während des Kompilierungsvorgangs die Option -save-temps gesetzt.

Die Kompilierung einer Datei "helloworld.c" würde dann folgendermaßen aussehen:

gcc -save-temps -o helloworld helloworld.c

Es werden folgende Dateien hierbei erstellt:

Eine sinnvolle Option für alle, die den Kompilierungsprozess genauer verstehen möchten oder Entwickler, die bestimmte Fehler finden wollen, die z.B. beim Präprozessoroutput auffallen würden. (z.B. warum genau ein Include-Guard benötigt wird)